Picture Wall

K800 20180627
Ausschnitt
workshop HAK
workshop HAK
image
10155724328960264 3209333119874236416 n
file
m
l
c

Die Tochter eines Holocaust-Überlebenden erzählt

Es ist eine traurige Tatsache, dass es immer weniger Zeitzeugen gibt, die aus eigener Erinnerung von den Ereignissen während der nationalsozialistischen Diktatur berichten können. Die Dimension der Verbrechen jener Zeit ist jungen Menschen im Geschichtsunterricht kaum vermittelbar. Judith Ribic, deren Vater Ernst Reiter mehr als vier Jahre im Konzentrationslager Flossenbürg verbringen musste, hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Erinnerung an diese schreckliche Zeit aufrecht zu erhalten.

Frau Ribic war auf Einladung der Fachgruppe „Politische Bildung und Geschichte“ an der BHAK/BHAS Liezen zu Gast und mit ihren einfühlsamen und authentischen Erzählungen gelang es ihr, die SchülerInnen zu fesseln. Ihr Vater, ein so genannter „Bibelforscher“, überlebte das Konzentrationslager nur durch einen Zufall. Es dauerte Jahre, bis er in der Lage war, der Familie seine Erlebnisse mitzuteilen. Ernst Reiter wurde schließlich 91 Jahre alt und ist im Jahr 2006 verstorben.

„Mich beeindruckt diese Familie sehr. Schon der Vater hat seine schrecklichen Erfahrungen mit jungen Menschen geteilt. Und nun führt die Tochter diese wichtige Aufgabe weiter.“, meint Tamara Kanzler aus der 4BHK. Und eine Mitschülerin ergänzt: „Ich finde es wichtig, dass wir möglichst viel aus vergangenen Fehlern lernen, um es in Zukunft besser machen zu können. Judith Ribic war es tatsächlich ein Anliegen, auch eine Brücke zur Gegenwart zu schlagen und den Schülern zu vermitteln, was sie aus der Vergangenheit für heute lernen können. Denn auch über soziale Medien wie Facebook, Whats-App oder Snapchat können Feindseligkeiten leicht verbreitet werden, die dann zu Ausgrenzung und Mobbing führen. Umso wichtiger sei es, mutig und selbstbewusst zu sein und die sozialen Medien nicht zu missbrauchen.